Literaturtipps

Bücher über Sketchnotes, Graphic Recording und Visualisierung gibt es mittlerweile reichlich. Darum liste ich hier nur ein paar Klassiker auf – und natürlich nur die, die ich selbst gelesen habe. Die Links führen zu Amazon, weil es für viele interessant ist, dort weitere Rezensionen zu lesen. Ihr lokaler Buchhändler freut sich, wenn Sie ihn unterstützen und dort einkaufen. 🙂

Mike Rohde, Das Sketchnote-Handbuch
Mike Rohde hat den knackigen Begriff Sketchnotes erfunden und mit seinem Buch (Foto oben) einen weltweiten Trend losgetreten. Sein Handbuch ist ein Klassiker und DAS Einsteigerbuch schlechthin. Das gesamte Buch ist durchgängig in Mike Rohdes typischem Sketchnotes-Stil  gezeichnet, also keine »Bleiwüste«, es erklärt alles gut, kurz und bündig. Mir gefällt auch, dass sich viele andere Sketchnoter aus der weltweiten Community auf je einer Doppelseite vorstellen und praktische Tipps geben.  So bekommt man einen Überblick über die Vielfalt der Stile und Herangehensweisen.
Mike Rohdes zweites Buch, Das Sketchnote-Arbeitsbuch für Fortgeschrittene, ist eine schöne Ergänzung zu Band 1. Nice to have, aber kein Muss. Wer schon etwas über Sketchnotes weiß und seine Skills gern mit praktischen Übungen vertiefen möchte, kann auch  Band 1 weglassen und gleich das Arbeitsbuch nehmen.


Martin Haussmann, UZMO – Denken mit dem Stift
  
Das Buch versteht sich nicht in erster Linie als Anleitung zu Zeichentechniken, sondern als eine umfassende Darstellung aller Visualisierungsmethoden mit dem Stift – und was sie heute im Berufsleben leisten können. Vom visuellen Vokabular über Layouts bis zu Anwendungsfällen wie Präsentation, Wissensvermittlung oder Dokumentation werden alle Aspekte behandelt. Gut strukturiert und gestaltet. Unbedingt empfehlenswert.


Martin Haussmann/bikablo-Akademie, Die bikablo-Bücher 
Diese Wörterbücher des visuellen Vokabulars sind eine sehr gute praktische Hilfe und schnelles Nachschlagewerk für alle Visualisierer. Band 1 (den ich nicht besitze) enthält Basis-Symbole, Band 2 gibt Tipps für diverse Visualisierungsfälle in der Praxis, die wichtigsten Basis-Symbole und darüber hinaus Symbol-Vorlagen für viele abstrakte Begriffe (z.B. Projekmanagement-Standards). Tolle Vorlagen und massenhaft Anregungen für die eigene Symbol-Bibliothek – aber am besten nur nutzen, wenn einem gerade selbst gar nichts einfällt, damit der eigene Stil nicht darunter leidet.


Malte von Tiesenhausen, ad hoc visualisieren: Denken sichtbar machen
 
Malte von Tiesenhausen ist einer der bekanntesten und erfahrensten deutschen Sketchnoter. Sein Buch ist sehr charmant gezeichnet und stark praxisorientiert. Viele gute Tipps, z.B. zu Materialien. Mir gefallen besonders die zahlreichen Anregungen zur täglichen Übungspraxis.


Dan Roam, Auf der Serviette erklärt
 Dan Roam schrieb dieses Buch 2008, also bevor der Begriff Sketchnoting in die Welt kam. Es ist keine Anleitung zum Sketchnoting oder Graphic Recording, vermittelt aber trotzdem jede Menge Visualisierungs-Grundwissen, auch wenn es sich in erster Linie an Geschäftsleute richtet.


Brandy Agerbeck, The Graphic Facilitator’s Guide
Agerbeck blickt auf über 20 Jahre Erfahrungen mit Graphic Recording zurück und plaudert hier „aus dem Nähkästchen“. In diesem Buch geht es weniger um das Zeichnen selbst, sondern um den komplexen Übersetzungsvorgang Zuhören-Denken–Zeichnen, den man als Graphic Facilitator leisten muss: Wie geht man mit verschiedenen Rednertypen um? Wie schafft man es, jede Stimme im Raum auf dem Papier angemessen darzustellen? Welche Problemen können sich ergeben und wie geht man damit um?  Unverzichtbar für jeden, der für und vor Menschen visualisiert. Ich habe die Kindle-Ausgabe gelesen, die deutsche Ausgabe gibt es exklusiv bei Neuland.

Über den Tellerrand hinaus – Bücher über das Zeichnen:


John Cassidy, Zeichnen für verkannte Künstler: Ein fröhliches Buch für alle, die glauben nicht zeichnen zu können und sich nicht trauen. Viele witzige Übungen, die richtig Lust machen, einfach unbekümmert loszulegen und Spaß zu haben.


Gabriel Campanario: Urban Sketching: Neben Sketchnoting ist Urban Sketching die andere große Bewegung in der Renaissance des Zeichnens. Urban Sketching bedeutet Zeichnen vor Ort und draußen (also eigentlich nichts Neues). Unter den Urban Sketchers finden sich sowohl Laien als auch Profis, sie sind weltweit untereinander vernetzt. Dazu gibt es inzwischen ebenfalls tonnenweise Bücher; dies hier ist eines der ersten und ein Klassiker, der einen schönen Überblick über die Vielfalt der Stile und Herangehensweisen bietet.
Chris Campe, Handbuch Handlettering: Vorzügliches Buch zum Thema handgezeichnete Schrift. Theoretische Hintergründe gut erklärt und viele praktische Übungen.
Felix Scheinberger, Mut zum Skizzenbuch: Jeder Visualisierer sollte ein Skizzenbuch führen. Das ist das beste, schönste und ermutigendste Buch dazu. (Ich gebe zu, ich bin hier als Fan von Felix Scheinberger positiv voreingenommen, Grund siehe hier.) Ebenfalls empfehlenswert von FS: »Wasserfarbe für Gestalter«.
Peter Jenny, Notizen zur Zeichentechnik: Schönes kleines Büchlein, das zum lockeren Kritzeln und Scribbeln zwischendurch anregt. Achtung: Das ist KEIN Zeichen-Lehrbuch, sondern eine  spielerische, relaxt-meditative Annäherung ans Zeichnen.
Vincent Woodcock, Cartoons entwerfen und zeichnen: Hilfreiches Buch zum Thema (Cartoon-) Figuren zeichnen.
Gregor Krisztian/Nesrin Schlempp-Ülker, Ideen visualisieren: Ein Klassiker, der sich allerdings vor allem an Grafiker und Layouter richtet